Achillodynie

Eine weitere bekannte Sportverletzung ist die Achillodynie. Dieser Überlastungsschaden betrifft die Achillessehne und kann von einer Reizung bis zur starken Entzündung reichen. Die Achillessehne ist die größte Sehne im Körper. Unter Belastung, z.B. beim Gehen und Laufen, muss sie ein mehrfaches des eigenen Körpergewichts tragen. Damit ist sie anfällig für Überlastungen.

Achillodynie

Symptome

Die Achillessehne schmerzt meist am Fersenansatz, bzw. wenige Zentimeter über dem Fersenansatz. Je nach Entzündungsgrad, kann die Achillessehne auch anschwellen. Dann ist die Achillessehne auch druckempfindlich.

Viele Betroffene klagen über einen morgendlichen Anlaufschmerz, der nach kurzer Zeit verschwindet. Ebenso haben viele Sportler während der sportlichen Betätigung keine Schmerzen. Jedoch treten die Schmerzen in der Entlastungsphase nach dem Sport auf.

Ursache

Die Ursache ist leider, wie bei allen Überlastungsschäden, vielfältig und nicht immer klar ersichtlich.

Die Achillessehne ist für den Zug in Längsrichtung ausgelegt. Ein verstärktes Abkippen des Fersenbeins nach innen oder nach außen während des ersten Bodenkontakts und während der „loading response“ – Phase bewirkt einen asymmetrischen Zug an der Achillessehne. Das kann zu einer erhöhten Reibung der Sehne in ihrer Sehnenscheide und zu einer höheren mechanischen Belastung am Sehnenansatz führen.

Winkelveränderung der Achillessehne

Die Geschwindigkeit mit der sich der Winkel der Achillessehne ändert, stellt ein weiteres Problem dar. Das heißt, zum einen kann das Einknicken des Rückfußes selbst die Reizung verursachen. Zum anderen kann die Geschwindigkeit des Einknickens die Überlastung begünstigen.

Die Ursache der Winkelveränderung kann alleine im Fuß liegen, wenn der Fuß stark nach innen knickt. Doch kann die Ursache auch oberhalb liegen. Eine insuffiziente Hüftmuskulatur kann dazu führen, dass sich der Körperschwerpunkt über das Standbein verlagert, weil das Bein leicht nach außen schiebt. Dadurch vergrößert sich der Achillessehnenwinkel auch, was zu besagten Schmerzen führen kann.
So wie das Bein nach außen schieben kann, was zu einem vergrößerten Achillessehnenwinkel führen kann, kann auch das X-Bein ein Abkippen der Ferse begünstigen und zu einem vergrößerten Achillessehnenwinkel führen.

Die Zugrichtung der Achillessehne

Läufer, die ihre Lauftechnik vom Rückfußläufer zum Vorfußläufer umgestellt haben, können auch vermehrt an der Achillodynie leiden. Der Vorfußläufer belastet seine Achillessehne mehr als ein Rückfußläufer und an diese Mehrbelastung muss sich die Achillessehne erst einmal gewöhnen.

Wie versorgst Du deine Achillodynie?

Generell kannst Du in der Akutphase erstmal die PECH-Regel anwenden:

  1. Pause
  2. Eis
  3. Compression
  4. Hochlegen

Solange die Schmerzen stark sind, solltest Du die Schmerzen erstmal verringern, bevor Du an Kräftigungs- & Stabilisierungsübungen herangehst. Je nach Entzündungsgrad und Schmerzintensität, können entzündungshemmende Medikamente eine Option sein. Dies solltest Du mit Deinem Arzt besprechen.

Erst nachdem die Schmerzen reduziert wurden, kannst Du an die Ursachenbekämpfung herangehen.

Die statische Fehlstellung

Wenn Du an einem Knickfuß leidest kannst du Deine Unterschenkelmuskulatur trainieren, die für die Aufrichtung Deines Fußgewölbes verantwortlich ist.

Wenn das X-Bein ursächlich für die Achillodynie ist, solltest Du dem X-Bein entgegenwirken. Bspw. kannst Du ein Fitnessband (Widerstandsband / Theraband) um Deine Oberschenkel – auf Höhe der Knie – legen, und dabei Kniebeugen machen. Das stärkt die Muskulatur die für die Korrektur der X-Beine verantworlich ist.

Sensomotorische Einlagen sind ein geeignetes medizinisches Hilfsmittel, um zusätzlich von außen auf die statische Fehlstellung einzuwirken.

Die dynamische Fehlhaltung

Hast du eine instabile Hüfte, musst Du an Deiner Hüftmuskulatur arbeiten. Das „Beckenheben“ (glute bridge) ist dafür eine gute Möglichkeit.

Wenn Die Achillessehnenreizung von der Lauftechnikumstellung stammt, solltest Du die Intensität wieder verringern, bis sich die Achillessehne an die größere Belastung gewöhnt hat. Diese Phase kann Monate andauern.